Flüchtlingsarbeit und Antirassismus im Dreyeckland

Hrsg. Projekt TRANSIT & Archiv soziale Bewegungen mit Unterstützung der Stiftung MITARBEIT. 213 Seiten, 12,-- DM

Initiativ im Dreyeckland

Wo an der "Festung Europa" gebaut wird, die Grenzen abgedichtet und die Asylgesetze "harmonisiert" sind, die rassistischen und rechtsextremen Tendenzen weiterhin zunehmen, schließen sich auch die zusammen, die versuchen, dieser Politik etwas entgegenzusetzen. Vernetzung über die eigenen Länergrenzen hinaus, das Wissen um Gruppen und Initiativen in den Nachbarländern, ist eines der Hauptanliegen des aktuellen Dokumentationsbandes Flüchtlingsarbeit und Antirassismus im Dreyeckland aus der Reihe Selbsthilfe und Bürgerengagement der Stiftung MITARBEIT. Gruppen und Initiativen aus dem Dreiländereck Südbaden, Elsaß und der Nordschweiz stellen ihre Arbeit vor. Zu Wort kommen nicht-staatliche Zusammenschlüsse aus verschiedenen Spektren: Sie haben kirchliche und autonome Hintergründe.

Die Gliederung des Buches folgt den Ländergrenzen: jeweils ein allgemeiner Bericht über die politische Situation des Landes und dem daraus resultierenden Umgang mit Migrantlnnen leitet über zu Selbstdarstellungen der Gruppen. Das letze Kapitel dokumentiert eine Diskussionsrunde, an der VertreterInnen der Gruppen aus allen drei Ländern teilnahmen. Hier werden im direkten Vergleich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Länder herausgearbeitet. Die recht persönlichen Diskussionsbeiträge machen Lust, mehr über di vorgestellten Gruppen zu erfahren, (ver)leiten sozusagen von hinten her zum Lesen.

Wer das Buch dennoch "vom Anfang an" liest, stößt in der Reihenfolge auf sehr informative Beiträge über die Entwicklung der politischen Kultur in der BRD hinsichtlich des Umgangs mit sog. Fremden (Mariageorgia D. Bootz), die Geschichte der Einwanderungspolitik Frankreichs seit dem 19. Jahrhundert (Heidi Strohmayer), die extreme Rechte im Elsaß (Alain Bihr) und über Immigration und Xenophobie in der Schweiz (Takis Armyros).

Allen, die sich für politische und praktische Arbeit rund um den Themenkomplex Migration, Antirassismus und Antifaschismus interessieren, bietet das Buch Anregungen, zeigt, was (anderswo) möglich oder nicht realisierbar ist, wie andere versuchen, aktiv Hilfe zu leisten, die Situation zu analysieren und zu verändern.

Schade nur, daß das Buch hinter dem Anspruch einer gleichwertigen Nutzung für alle drei Länder zurückbleibt, die Fixierung auf den deutschen Sprachraum nicht durchgängig aufgehoben ist: den Selbstdarstellungen der deutschsprachigen Regionen fehlt eine kurze Zusammenfassung in französischer Sprache. Für die deutschsprachigen Leserlnnen aber handelt es sich sicherlich um ein gelungenes Handbuch mit gut zusammengeführten Informationen zur rechtlichen Situtation, interessanten politischen Analysen und einer großen Bandbreite von Gruppen, die zur persönlichen Kontaktaufnahme einladen.

Stefanie Duttweiler in Blätter des IZ3W

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Buch- und Schallplattenantiquariate im Dreyeckland

Broschüre, 48 Seiten, 3,-- DM

Katalog der Katakomben

Antiquariate im Dreyeckland Eine Anleitung zum Fündigwerden

Traurig sehen sie aus, wie sie da im Halbdunkel warten, aufgereiht, als stünden sie für eine Suppe an. Die Ledermäntel abgewetzt, die Leinenkostüme verblichen. Ihre Körper, die früher einmal frisch und weiß aus dem Kragen schauten, wirken heute fahl und krank. Nein, es geht ihnen nicht gut, den alten Büchern , in den Kellern und Hinterzimmern, in denen sie jetzt ihr Dasein fristen. Dabei haben sie nichts vergessen vonall den Schlauheiten und Schönheiten, die sie einst verbreiteten ... Um diese heute wieder zugänglich zu machen, hat das Freiburger Archiv für soziale Bewegungen jetzt eine Broschüre herausgegeben, die die Wege zu den rund 60 Katakomben in der Region weist, in denen alte Bücher auf Interessenten warten, inklusive detaillierten Hinweisen zum Sortiment, Stadtplänen und einem umfangreichen Index. Eine feine Zugabe für Ohrenmenschen ist die Liste mit einem Dutzend SecondhandPlattenläden in Freiburg, Basel und im Elsaß. Eine prima Anleitung zum Samstagvormittagsstöbern.

Dietrich Roeschmann in der Zeitung zum Sonntag

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